Belgische Glücksspielkommission urteilt nach Analyse: „Zahlungspflichtige Lootboxen sind Glücksspiele“

Der Schutz von Spielern und von schutzbedürftigen Gruppen, wie beispielsweise insbesondere Minderjährigen, ist die wichtigste Aufgabe der belgischen Glücksspielkommission. Als im November 2017 weltweit Aufregung wegen sogenannter Lootboxen in Videospielen entstand, begannen Ingenieure, Juristen und IT-Spezialisten der Glücksspielkommission mit der Analyse verschiedener Videospiele, um zu ermitteln, ob die darin vorkommenden Lootboxen oder andere „in game-Elemente“ der Definition eines Glücksspiels entsprechen. Konkret ging es um die Spiele Overwatch, Star Wars Battlefront II, FIFA 18 und Counter-Strike: Global Offensive. Die Analyse wurde im April 2018 abgeschlossen. Die Glücksspielkommission kann heute folglich mehr Deutlichkeit bezüglich dieses Phänomens schaffen. Die Glücksspielkommission gelangt zu dem Schluss, dass zahlungspflichtige Lootboxen Glücksspiele sind. Wenn diese weiterhin betrieben werden, ist eine strafrechtliche Vorgehensweise angewiesen. Weil das Phänomen umfangreicher als die 4 untersuchten Spiele ist, unterbreitet die Glücksspielkommission einige Empfehlungen in Bezug auf die politisch Verantwortlichen, die Spielehersteller, die Spielforen und die Lizenzgeber, wie z. B. FIFA.

Peter Naessens, Direktor der Glücksspielkommission: „Zahlungspflichtige Lootboxen sind kein unschuldiger Bestandteil von Videospielen, die sich als Geschicklichkeitsspiel präsentieren. Spieler werden dadurch verführt und in die Irre geführt und keine einzige  Schutzmaßnahme in Bezug auf Glücksspiele wird angewendet. Da jetzt deutlich ist, dass insbesondere Kinder und schutzbedürftige Personen dem ungeschützt ausgesetzt werden, werden die Spielehersteller, aber auch die betroffenen Parteien aufgefordert, diesen Praktiken Einhalt zu gebieten.“