In welcher Sprache muss ich einen Lizenzantrag stellen?

Sie müssen Ihren Antrag in der Amtssprache des Ortes stellen, wo die Glücksspiele betrieben werden: Für ein Wettbüro (F2-Lizenz) in Aalst muss Ihr Antrag in Niederländisch sein, für ein Wettbüro in Charleroi in Französisch.

Möchten Sie eine E-Lizenz oder eine F1-Lizenz beantragen, muss Ihr Antrag in der Amtssprache des Ortes des Gesellschaftssitzes erfolgen.

Muss ich eine neue C-Lizenz beantragen, wenn einer der Aktionäre oder der Verwalter der Gesellschaft, die die C-Lizenz besitzt, wechselt?

Geht es um dieselbe Gesellschaft und ändert sich die Unternehmensnummer folglich nicht, wird die Lizenz beibehalten. Sie müssen der Kommission für Glücksspiele jeden Wechsel jedoch unverzüglich mitteilen.

Ich besitze seit mehr als fünf Jahren eine D-Lizenz. Wie kann ich meine Lizenz erneuern?

Sie müssen eine D-Lizenz nicht erneuern, denn die Gültigkeit läuft nicht ab. Sie müssen aber alle fünf Jahre einen Auffrischungslehrgang machen. Diesen Auffrischungslehrgang können Sie online über ein E-Learning-System absolvieren.

Darf ich ein Lottospiel (einen Bingoabend) veranstalten?

Nein.

In Belgien ist es verboten, Glücksspiele ohne Lizenz anzubieten (siehe Artikel 4 des Glücksspielgesetzes). Lotto- bzw. Bingospiele können nur in einer Glücksspieleinrichtung angeboten werden. Verstöße gegen dieses Verbot werden mit einer Haft- und/oder einer Geldstrafe sanktioniert. Kraft Artikel 3.3 sind keine Glücksspiele im Sinne dieses Gesetzes:

 

3. Karten- oder Gesellschaftsspiele, die außerhalb der Glücksspieleinrichtungen der Klassen I und II stattfinden, und Spiele, die in Vergnügungsparks oder von Jahrmarktsgewerbetreibenden auf Kirmessen, Handelsmessen oder ähnlichen Veranstaltungen und unter ähnlichen Umständen betrieben werden, sowie Spiele, die gelegentlich und maximal viermal jährlich durch eine lokale Vereinigung anlässlich eines besonderen Ereignisses oder durch eine soziale bzw. gemeinnützige Gelegenheitsgesellschaft oder eine Vereinigung ohne Gewinnerzielungsabsicht zu einem sozialen oder gemeinnützigen Zweck veranstaltet werden, bei denen nur ein sehr begrenzter Einsatz erforderlich ist und der Spieler oder Wetter nur einen materiellen Vorteil geringen Wertes erzielen kann.

 

Der König bestimmt in Anwendung der Punkte 2 und 3 die näheren Modalitäten in Bezug auf Art der Einrichtung, Art des Spiels, den Betrag des Einsatzes sowie den Vorteil, der gewährt werden kann, und den durchschnittlichen Stundenverlust.

 

Das Kabinett des FÖD Justiz überprüft gegenwärtig einen Entwurf eines Königlichen Erlasses, in dem dieser begrenzte Einsatz und der materielle Vorteil geringen Wertes festgelegt werden. Bis zur Veröffentlichung dieses Königlichen Erlasses ist das Betreiben von „kleinen Glücksspielen“ deshalb verboten.

 

Wir weisen darauf hin, dass ein Spiel, das nicht der Definition eines Glücksspiels entspricht (Vorhandensein eines Einsatzes, möglicher Gewinn/Verlust, Vorhandensein eines (nebensächlichen) Zufallselements) nicht verboten ist, wie beispielsweise ein kostenloser Blackjack-Abend. Wenn Sie diesbezüglich Werbung betreiben möchten, sorgen Sie bitte für deutliche Informationen, um Verwirrung bei den Polizeidiensten und eine Polizeirazzia bei Ihnen auszuschließen.

 

Weil der Königliche Erlass noch nicht vorliegt, hat die Glücksspielkommission Prioritäten in ihrer repressiven Politik vorgesehen. Es empfiehlt sich dringend, die örtliche Polizeistelle oder die Staatsanwaltschaft zu kontaktieren, falls Sie die oben genannten Bedingungen erfüllen.

 

Die Glücksspielkommission hat entschieden, dass folgende Akten prioritär behandelt werden:

 

• Aufforderung von Polizei oder Staatsanwaltschaft und Angabe von Informationen über Einsätze und Auszahlungen, die höher als im Rundschreiben des Kollegiums der Generalstaatsanwalt angegeben sind (0,20 Cent pro Spiel und 6,20 € maximaler Gewinn).

• Es finden ausschließlich Cash Games und keine Turniere statt.

• Bei Anwesenheit von Minderjährigen (unter 18 Jahren).

• Kommerzieller Geschäftsverkehr.

• Werbung für illegale Websites oder Einrichtungen, die als Sponsor fungieren.

• Organisation oder Anwesenheit von Personen, die in der kriminellen Szene bekannt sind.

 

Eine Akte ist nicht prioritär, wenn:

• ein Turnier einmal im Monat organisiert wird, dessen Anmeldegebühr oder Mitgliedsbeitrag 20 € nicht überschreitet.

 

Es ist deshalb an sich nicht wichtig, ob es sich um einen Geldpreis oder einen materiellen Preis handelt. Beide sind ein Gewinnelement, was u. a. erklärt, weshalb dies als Glücksspiel betrachtet wird. Wenn Sie hinsichtlich der materiellen Preise übertreiben, ist das Risiko größer, dass Polizei oder Staatsanwaltschaft darauf reagieren.